Wie hat alles angefangen?

Wir versetzen uns zurück in das Jahr 1989.

Dirk-Henning Schnitzler, seiner Zeit noch Polizeipräsident der Wasserschutzpolizei,

besuchte mit Innenminister Herbert Schnoor auf der Düsseldorfer Bootsaustellung „Boot

89“ den Messestand der Duisburger Beamten. Dabei fassten sie einen wichtigen

musikalischen Entschluss: Die Wasserschutzpolizei gründet einen eigenen Shanty-Chor.

Bisher hatte es noch keinen Shanty-Chor der Polizei in Nordrein-Westfalen gegeben,

und wo wäre er besser angesiedelt als in Duisburg, so der Innenminister im Brustton der

Überzeugung.

Gesagt, getan. Nach einigen Gesprächen

sprang der Funke. schnell über: Schon im

Oktober gab es die für die Gesetzeshüter

ersten Proben. Man probte schon damals

jeden Dienstag jedoch von 15 bis 17 Uhr in

der Gaststätte „BürgerschaÅNnke, Friedrich-

Ebert-Straße 303 (Beeck). Weil die singenden

Beamten sich für die Wasserschutzpolizei-

Imagepflege einsetzten, durften sie 30 Minuten eher den Dienst verlassen Der erste Chorleiter und Akkordeonspieler war der Wirt, Werner Heyer, der einzige, der wenigstens Noten lesen

konnte. Er stellte sein Hinterzimmer zur Probe zur

Verfügung.



Die Sänger der ersten Sunde


Heute proben wir auch jeden Dienstag, jetzt aber von 17 Uhr bis 19 Uhr und nun im „Haus Kontakt“

Scharnhorststr. 32, 47059 Duisburg.


Die Wasserschutzpolizei erhofft. sich durch die Gründung des Vereins a
uch ein

verbessertes Verhältnis zur Bevölkerung, will die Öffentlichkeitsarbeit und natürlich den

Spaß am gemeinsamen Singen fördern.

Die eigentliche Gründung des Chores erfolgte am 26.03.1990 in den Räumen des Polizeipräsidiums in Duisburg-Homberg. Alle Interessierte wurden zu einer Versammlung geladen, der ersten Mitgliederhauptversammlung. Anwesend, und damit Taufpaten waren Herr Schnitzler, Polizeipräsident der Wasserschutzpolizei NW und Herr Süsselbeck,

Bundesorganisationsleiter des Sängerbundes der Deutschen Polizei e.V. Ferner waren 23

Gründungsmitglieder anwesend, von denen heute noch vier im Chor dabei sind.

Chorprobe im Hinterzimmer



Was hat sich alles in den 20 Jahren ereignet?

Ab der Gründung ging die Entwicklung sowohl gesanglich als auch gesellschaftlich schnell

bergauf. Viel Auftritte und viel Applaus waren der Lohn für eiserne wöchentliche Proben.

Konzerte, Bootstaufen der Wasserschutzpolizei, Wohltätigkeitsveranstaltungen,

Konzertreisen ins In- und Ausland, Straßenfeste und auch kleinere Auftritte folgten. Auch

zwei CD-Aufnahmen im Tonstudio und Radio und Fernsehauftritte gehörten dazu. Ja, sogar

in einem Kriminalfilm einer Fernsehserie des ARD wirkten wir mit.

Doch immer stand die Sympathie-Werbung für die Wasserschutzpolizei im Vordergrund.

Im Schnitt waren es pro Jahr ca. 20 Auftritte. Wenn wir heute den 20. Geburtstag feiern,

bedeutet das ca. 400 bis 500 Auftritte, die mit viel Elan und Einsatz, oft unter Opferung der

Freizeit, stattgefunden haben. Doch die Begeisterung und der Applaus des Publikums

entschädigten jeden reichlich. Nicht zu vergessen seien die vielen Freundschaften und die

schönen Stunden, die jeder innerhalb des Chores erlebte.

Wenn ich alle die großen Auftritte beschreiben sollte, käme ich mit dem Platz in dieser

Festzeitschrift nicht aus. Es käme ein ganzes Buch zusammen.

Darum beschränke ich mich auf die Ereignisse und Anekdoten, die den Chor besonders

bewegten:

63. Geburtstag des Innenministers des Landes NRW im Innenministerium

Am 1.Juni 1990 überraschte der frisch gebackene Shanty-Chor der Wasserschutzpolizei

seinen obersten Dienstherrn mit einem Ständchen zu seinem 63. Geburtstag. Wir wussten,

dass der Innenminister Herbert Schnoor ein begeisterter Segler war und die Seemannslieder liebte.

Also machten wir ihm eine Freude, sangen ihm „Happy Birthday“ und dann zünftige

Seemannslieder. Der Innenminister war vollkommen überrascht und gerührt.

So war die Premiere des Chores voll gelungen.

Innenminister Schnoor bedankt sich beim neuen Shanty-Chor




Der Chor in der neuen Uniform



Dreharbeiten zur Fernseh-Serie „Polizeiboot 404“ des ARD

Im April 1993 drehte die ARD einen Kriminalfilm im Duisburger Hafen. In diesem Hafenmilieu-Krimi jagt

Kriminalhauptkommissar Lohbeck von der Wasserschutzpolizei (Jürgen Schmidt)

unterstützt von Polizeiobermeisterin Behnken (Anne Kasprik) einen Ganoven, der in einem

Falschgeld-Fall verstrickt ist und auch vor einem Mord nicht zurückschreckt. Während der Chor seine Shantys anlässlich der Übergabe eines Löschkanonenbootes schmettert, passieren schlimme Morde. Wer

der Mörder ist, wird natürlich von uns nicht verraten. Auf jeden Fall hat sich der Chor vor

der Kamera gut gemacht, denn die Szenen waren auf Anhieb „im Kasten“.




Während der Dreharbeiten


Shantys auf der Gorch Fock, Sail 2000 in Bremerhaven

Für jeden echten Shanty-Chor ist es das Größte, einmal auf den Planken eines



Erinnerungsfoto nach Verlassen der Gorch Fock


Windjammers und unter den riesigen Masten und der verwirrenden Takelage seine Shantys

zu schmettern. Windjammer gab es reichlich an dem Wochenende in Bremerhaven ca 250 Schiffe, die extra

für die „Sail 2000“ angesegelt waren.

Der Kommandant der Gorch Fock lud uns ein, auf dem Marineschulschiff fast 2 Stunden nach Herzenslust zu singen. Auch hierbei wurden wir vom NDR Fernsehteam bei unserem Gesang gefilmt, was später überregional

ausgestrahlt wurde. Dieser Auftritt bei strahlendem Sonnenschein auf diesem modernen Windjammer war für uns alle unvergesslich. Seitdem schmettern wir das „Gorch Fock“-Lied besonders innig.


Kiel 2002

Im Jahre 2002 sollte sich die Gelegenheit, auf der „Gorch Fock zu singen, in Kiel wiederholen. Als der Kommandant

Fregattenkapitän M.Brühn hörte, dass wir in Kiel sind, lud er uns wieder ein, auf dem Segelschulschiff anlässlich der „Open Sail“ zu singen. Klar, dass wir die Gelegenheit nicht versäumten.

Bei der Ausfahrt mit der Barkasse wurden auf dem Achterdeck Shantys geschmettert, dass die Kieler Förde erschallte.













Auftritt auf Sylt in Westerländer Konzertmuschel

Ein besonderes Erlebnis war unser Freundschaftsbesuch des Sylter Shanty-Chores

anlässlich seines 25. Jubiläums im Jahre 2002.

Wir erlebten eine herzliche Gastfreundschaft und

traten auf der Insel auf mehreren Plätzen auf.

Unvergesslicher Höhepunkt war aber der Auftritt

in der Konzertmuschel in Westerland, der

„Hauptstadt“ der Insel. Es war ein herrlicher,

sonniger, windstiller Tag. Die Plätze auf der

Promenade waren mit schätzungsweise 3000

Menschen voll besetzt.

Von ihren Plätzen schauten sie auf das weite Meer,
genossen die Sonne und die von uns gesungenen Shantys,
die wir ihnen auf der Bühne präsentierten.
Der Applaus und die Begeisterung des

Publikums waren umwerfend und feuerten jeden von uns

zur Höchstleistung an.

Unsere Shantys aus der Konzertmuschel in

Westerland















Das Publikum beim Open Air Konzert

des Shanty-Chores


Nach ca. zwei Stunden wurden wir von den Freunden des Sylter

Shanty-Chores abgelöst, sonst hätte das Publikum uns

gar nicht mehr von der Bühne gelassen.


Laboe Ehrenmahl Gedenkhalle

Ein Erlebnis ganz anderer Art war der Besuch des

Marine-Ehrenmals in Laboe, bei Kiel. Seit der

Übernahme durch den Deutschen Marinebund am 30.

Mai 1954 erinnert das Ehrenmal an die auf den Meeren

gebliebenen Seeleute aller Nationen und mahnt eine

friedliche Seefahrt auf freien Meeren an.

Es war uns ein besonderes Anliegen, dieses

Ehrenmal zu besuchen und der draußen gebliebenen

Seeleute zu gedenken.



Schon der Weg in die Gedenkhalle machte uns still und nachdenklich. Es war ein langer,

mit Absicht düsterer

schräger Gang, der

hinunter in die

unterirdische Gedenkhalle

führte. Die Halle selber

war ein düsterer

kreisrunder Saal von 27m

Durchmesser und 6m

Höhe Unwillkürlich

stellte man sich vor: So

muss es wohl auf dem

Meeresgrund sein. An den Wänden waren

Gedenktafeln angebracht, die mit Fahnen

umrahmt. waren. Die Akustik war einmalig, ein

Ton hallte in diesem runden dunklen Gewölbe

bis zu 32 Mal nach.


An dieser feierlichen Stätte durften wir zum

Gedenken der Verstorbenen singen. Unsere

leisen Lieder wie „Licht aus, und Ruh im Schiff“

oder „Leise kommt die Nacht, und der Wind

schläft ein …“ in diesem feierlichen Rahmen

und bei dieser Akustik berührten einen jeden von

uns. Mancher, auch der hart Gesottene bekam

verdächtig feuchte Augen. Seit dieser Zeit singen

wir die Lieder mit noch mehr Andacht.





Die Zukunft

Wir wünschen uns zu diesem 20. Geburtstag des Chores, dass wir noch viele schöne

Stunden zusammen verbringen können, wir untereinander, wir und unser Publikum und wir

bei der Sympathiewerbung für die Wasserschutzpolizei. Wir wünschen allen Freude an den

Shantys und Seemannsliedern, die einem das Herz so weit öffnen und frei machen wie das

weite Meer.


Verfaßt von Alexander Bardow für die Festschrift zum 20-jährigen Jubiläum am 20.11.2010







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